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    VotragsreiheHandel, Geld und Politik

Vortragsreihe: 

Handel, Geld und Politik vom Mittelalter bis heute

  • Wo? Im Europäischen Hansemuseum Lübeck, An der Untertrave 1, 23552 Lübeck
  • Wann? Immer 19 Uhr.

Programm

Dienstag, 02. Oktober 2018

Prof. Dr. Albrecht Cordes (Frankfurt a.M.)
Erlaubte Gewalt: Zwangsvollstreckung im 13. Jahrhundert

Die Durchsetzung des Gewaltmonopols des Staates gilt als einer der großen Meilensteine im ‚Prozess der Zivilisation‘ (Norbert Elias). Doch handelt es sich um prinzipielle oder nur graduelle Unterschiede? Wie fern ist uns der ‚ferne Spiegel‘ (Barbara Tuchmann) des Spätmittelalters? Der Frage soll durch einen Vergleich nachgegangen werden: In welchen Fällen durfte bzw. darf der Gläubiger im 13. Jh. und heute bei der Sicherung und Vollstreckung zivilrechtlicher Ansprüche persönlich Gewalt anwenden?

Dienstag, 13. November 2018

Dr. des. Kilian Baur (München)
Vor EU und Interreg: die persönlichen Beziehungen zwischen Lübeckern und Dänen im Spätmittelalter

Von der älteren Geschichtsschreibung mit dem Attribut des „Schicksalslands der Hanse“ und Lübecks versehen, spielt Dänemark in der hansegeschichtlichen Meistererzählung vor allem die Rolle des Gegners der niederdeutschen Händler. Ein anderes Bild zeichnet der Vortrag ausgehend von den persönlichen Beziehungen zwischen Dänen und Lübeckern, die viel mehr von Kooperation, Austausch und Vertrauen als von Konflikten und Auseinandersetzungen geprägt waren. Unter Einbeziehung diplomatischer und rechtlicher Rahmenbedingungen gibt der Vortrag einen facettenreichen Einblick in die „internationalen“ Beziehungen im spätmittelalterlichen Nordeuropa.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Prof. Dr. Carsten Jahnke (Kopenhagen)
Von Glögg und Co. Handel und Verbrauch asiatischer und mediterraner Früchte im Hanseraum des Mittelalters

Ein Besuch des Lübecker Weihnachtsmarktes endet traditionell gerne mit einem Glögg. Dabei wissen die Wenigsten, dass gewürzter Wein schon im Mittelalter getrunken wurde, wobei die Zutaten so ziemlich die gleichen waren wie heute. Glögg ist nur ein Beispiel von vielen, dass schon die Lübecker im 13. und 14. Jahrhundert asiatische und mediterrane Gewürze und Waren gekannt und in großen Mengen verbraucht haben. Arabischer Reis, indischer Ingwer oder afrikanische Gewürze waren gang und gäbe und zeugen von den weitreichenden Handelsbeziehungen der Travestadt. Der Vortrag wird zeigen, wie die Waren in die Stadt kamen und wozu sie genutzt wurden.

Dienstag, 08. Januar 2019

Prof. Dr. Christoph Dartmann (Hamburg)
Das Mittelmeer im Mittelalter: Südküste Europas oder Binnenmeer?

Geographisch ist das Mittelmeer ein Binnenmeer. Die aktuelle politische Praxis thematisiert hingegen das Mittelmeer in erster Linie als Südgrenze Europas. In der Diskussion übers Mittelmeer spielt seine mittelalterliche Geschichte eine unübersehbare Rolle, vor allem der vermeintliche Gegensatz von christlicher und muslimischer Kultur, etwa während der Kreuzzüge oder der Ausbreitung des Osmanischen Reichs. Der Vortrag setzt sich kritisch mit diesem Geschichtsbild auseinander. Beispiele aus der politischen und ökonomischen Praxis zeigen, dass intensive Kontakte über die angeblichen Kulturgrenzen hinweg der Normalfall waren.

Dienstag, 12. Februar 2019

Dr. Angela Huang (Lübeck)
Von Salzwedel nach London. Die Textilien der Hansestädte im hansischen Handel. 

Textilien gehören ohne Frage zu den wichtigsten Waren im hansischen Fernhandel. Hansekaufleute handelten flandrische und englische Wolltuche auf allen von ihnen besuchten Märkten, bis nach Nowgorod. Wenig bekannt ist hingegen, dass auch die Hansestädte selbst und ihr Umland Textilien herstellten, die in den hansischen Handel eingebracht wurden. Salzwedeler Leinwand und die Grauen Laken aus Lübeck und Magdeburg erlauben uns einen ganz neuen Blick darauf, was ‚hansischer Handel‘ denn eigentlich ist.  

Dienstag, 26. März 2019

PD Dr. Gregor Rohmann (Frankfurt am Main/ Basel)
Was waren die Vitalienbrüder – und was hat Lübeck damit zu tun? Der Umgang mit maritimer Gewalt um 1400. 

Zwischen 1389 und 1436 tauchen im Nord- und Ostseeraum immer wieder Gruppen von Kämpfern auf, die mal für diese, mal für jene Seite oder auch ohne erkennbaren Auftraggeber fochten. Wir kennen sie als die „Vitalienbrüder“, die unter ihrem legendären Oberhauptmann Klaus Störtebeker Piraterie gegen die Hanse betrieben haben sollen. Der Blick in die Quellen zeigt jedoch, dass es sich bei ihnen keineswegs um Seeräuber im herkömmlichen Sinn handelte. Sie kämpften auch für die Stadt Lübeck. Und vermutlich in Lübeck entstand auch unser heutiges Bild von den „Vitalienbrüdern“.