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Vortragsreihe:
Handel, Geld und Politik vom Mittelalter bis heute

  • Wo? Im Europäischen Hansemuseum Lübeck, An der Untertrave 1, 23552 Lübeck
  • Wann? Immer 18 Uhr.
  • Bitte beachten Sie: Aufgrund der aktuellen Maßnahmen wegen der Corona Pandemie müssen wir eine Teilnehmerbeschränkung ausprechen. Melden Sie sich daher bitte verbindlich über invitation@hansemuseum.eu an! Je nach der aktuellen Lage kann es zudem sein, dass Vorträge komplett ohne Publikum stattfinden müssen. Wir werden daher sämtliche Vorträge auf YouTube zeigen.

Programm

 

Dienstag, 13. Oktober 2020

Ole Meiners (Lübeck)

Hanse.Quellen.Lesen! - Ein virtuelles Citizen Science-Projekt zu alten Handschriften

Die Digitalisierung verändert die Arbeitsweise der Geschichtswissenschaft in zunehmendem Maße. Die computergestützte Auswertung großer Datenmengen und die Präsentation in digitalen Medien bringen neue Perspektiven und Möglichkeiten mit sich. Ein wesentliches Hindernis hierbei stellen bislang die handschriftlich verfassten Quellen dar: Diese in ein maschinenlesbares Format zu übersetzen, sprich zu transkribieren, war bislang dem erfahrenen Fachmann vorbehalten, der mit entsprechendem Zeitaufwand die Schriften entzifferte. Das von der FGHO und dem Archiv der Hansestadt Lübeck im Frühjahr 2020 durchgeführte Pilotprojekt „Hanse.Quellen.Lesen!“ ist mit Hilfe digitaler Werkzeuge neue Wege gegangen: Über eine webbasierte Plattform haben Citizen Scientists Quellen zur Hansegeschichte des 17. Jahrhunderts transkribiert. Diese Transkriptionen wurden als Grundlage für das Training einer automatisierten Handschriftenerkennung mittels maschinellem Lernen verwendet. Die Ergebnisse des Projektes sowie ein Ausblick auf zukünftige Vorhaben werden im Rahmen des Vortrags vorgestellt.

 

Donnerstag, 26. November 2020

Heinrich Dormeier (Kiel)

Ein unbekanntes Flugblatt der Reformationszeit im Archiv der Hansestadt Lübeck

Sondertermin in Kooperation mit dem Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde

Seit dem Jahr 1518 hielten die Ideen Luthers Einzug in Lübeck. Stark gefördert wurde die rasche Verbreitung der neuen Lehre durch den neuartigen Buchdruck, aber auch durch Flugblätter und Flugschriften, Diese Medien nutzten sowohl die katholische als auch das protestantische Lager, um für die jeweiligen Glaubensauffassungen zu werben.

 

Dienstag, 10. November 2020

Nils Jörn (Wismar)

Das Wismarer Verfestungsbuch

 

 

Dienstag, 08. Dezember 2020

Gerald Schwedler (Kiel)

Wie hat man eigentlich die Marienkirche finanziert? Lübeck im Kontext der gotischen Gründerzeit in Europa

Zweifellos zählt die Lübecker Marienkirche zu den gotischen Spitzenwerken Europas. Doch wie konnte dieses außergewöhnliche Bauwerk mit internationaler Strahlkraft finanziert werden? Der Vortrag widmet sich den Strategien und kulturellen wie ökonomischen Hintergründen des Baus. Dabei geht es nicht nur um die Formen der Kirchenabgaben, Stiftungen, der Verflechtung von Rat und Kirche, dem schlechten Gewissen der Kaufleute, sondern auch um den Repräsentationsanspruch der Lübecker Bürgerschaft, die zu jenem Jahrhundertwerk führten.

 

Dienstag, 12. Januar 2021

Niels Petersen (Göttingen)

Menschen im Transportnetz der Hanse

Hansehandel war nicht nur Sache der Kaufleute, denn die Waren mussten im Wortsinn auf den Markt gebracht werden. Der Vortrag stellt die Berufe, mithin die Menschen vor, die den vormodernen Transport trugen: Der Schiffer gehört zu den prominentesten Berufen, aber genauso waren der Böter, der Fuhrmann, der Träger, der Böttcher, der Wirt, der Hafenmeister oder der Zöllner mit der Logistik beschäftigt. Ferner wird nach der gesellschaftlichen Rolle und Einbindung dieser Menschen gefragt: Während im Binnenland Fuhrwesen und Flussschiffahrt nur in wenigen Orten prägende Bedeutung erreichten, kann man in den Seehäfen zweifellos von maritimen (Stadt-)Gesellschaft sprechen.

 

Dienstag, 09. Februar 2021

Christian Peplow (Ferdinandshof)

"welk doch moste achterlaten zien umme keringhe und gebrekes willen von wynde" – Über die Praxis maritimer Gewaltanwendung im Hanseraum des Spätmittelalters

Die maritimen Konflikte des 13., 14. u. 15. Jahrhunderts im Gebiet der Hanse sind weit weniger spektakulär als allgemein angenommen. Dabei ist deutlich zu sagen, dass das noch immer stark vorherrschende populärwissenschaftliche Bild von zügelloser und waffenintensiver Gewalt im Umfeld der Seekonflikte keine Existenzberechtigung hat. Es gab (bis auf ganz wenige Ausnahmen) weder zu militärischen Zwecken exklusiv konstruierte Schiffe, noch lässt sich der exzessive Gebrauch von Schiffsgeschützen, sofern überhaupt vorhanden, nachweisen. Der Einsatz von überdimensionierten Wurfmaschinen und Katapulten während eines Seegefechts gehört endlich(!) ins Reich der Mythen verbannt. Für den Kampfeinsatz fanden grundsätzlich alle auch in der zivilen Handelsschifffahrt eingesetzten Schiffformen Verwendung, die, soweit dies für den Handelsverkehr noch nicht geschehen war, speziell umgebaut und mit Kastellen und Marsen ausgerüstet wurden. Da wir es mit durch Windkraft angetriebenen Wasserfahrzeugen zu tun haben, unterlagen Seekämpfe bestimmten Grundbedingungen, die nicht einfach zum Zwecke einer Dramatisierung des Kampfes auf dem Wasser negiert werden können. Dies betrifft auch die theoretischen Ansätze zum Thema Taktik und Strategie, die nach jetzigem Kenntnisstand eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben dürften. Wenn Jäger und Gejagter – bildlich gesprochen – mit demselben Material kämpfen, so war letztlich nur durch die Erhöhung der Anzahl an Schiffen und Kämpfern ein Sieg zu erringen.

 

Dienstag, 09. März 2021

Christian Manger (Amsterdam)

Schreiber im Streit. Ratssekretäre als Akteure städtischer Konfliktführung im Ostseeraum (1470-1540)

Spätmittelalterliche Hansestädte waren konfliktreiche Orte. Handels- oder Erbschaftsstreitigkeiten zwischen einzelnen Bürgern konnten zu internationalen Krisen führen, Kriegshandlungen zogen jahrelange Rechtsstreitigkeiten nach sich. Aber wer führte oder schlichtete solche Konflikte? Welche Taktikten und Strategien kamen zum Einsatz? Um eine Antwort auf diese Fragen zu geben, beleuchtet der Vortrag die bislang wenig beachteten Aktivitäten des gelehrten Ratspersonals in der städtischen Konfliktführung. Auf politischer Ebene konnten Sekretäre oder Stadtschreiber als Diplomaten agieren, in gerichtlichen Prozessen als Vermittler und rechtliche Experten. Denn ihre Arbeit in Rat und Kanzlei machte sie vertraut mit städtischer Rechtsprechung und Politik, während ihre oft universitäre Ausbildung sie überdies mit Expertenwissen, aber auch mit eigenen Netzwerken ausstattete. Der Vortrag legt dabei das Augenmerk auf die individuellen Handlungsspielräume und  die Initiativen, die die Sekretäre selbst in diese Konflikte einbrachten.