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  • Summerschool 2026

Historische Quellen digital erschließen: Von der Texterkennung zur Textanalyse

Wann & wo

  • Datum: 24.–28. August 2026
  • Ort: online und dezentral via Zoom
  • Eingeladen sind Historiker:innen aller Karrierestufen 

Thema

Die zunehmende Digitalität macht auch vor den Geisteswissenschaften keinen Halt. Die Digital Humanities bzw. Digital History verändern derzeit das historische Arbeiten in vielerlei Hinsicht und eröffnen neue Arbeitsweisen sowie Zugänge zu Quellen. Verfahren der automatisierten Handschriftenerkennung und computergestützten Analyse von Quellen bieten großes Potential für historische Fragestellungen – gleichzeitig ist es für Historiker:innen nicht immer einfach, den Einstieg zu finden. Dies möchte die diesjährige FGHO-Summerschool ändern. Unter dem Titel »Historische Quellen digital erschließen: Von der Texterkennung zur Textanalyse« wird interessierten Einsteiger:innen die Möglichkeit geboten, digitale Methoden zur Erschließung historischer Quellen kennenzulernen. Der fünftägige, praxisorientierte Workshop führt dafür in zwei zentrale Verfahren der digitalen Methoden ein: die automatisierte Texterkennung historischer handschriftlicher Quellen sowie die computergestützte Annotation und darauf aufbauende Analyse von Texten. Jedem der Tage liegt dasselbe Prinzip zugrunde: Einem theoretischen Einführungsblock folgt eine praktische Hands-on-Phase.

Der Workshop wird in Kooperation mit dem Digital-Humanities-Lehrstuhl der Universität Rostock, dem Entwickler-Team des Annotations-Tools CATMA (TU Darmstadt) und der Read-Coop veranstaltet.

Programm

Block 1: Einführung in Transkribus (Tag 1–2)
Der erste Block führt in Transkribus ein, eines der führenden Tools zur automatisierten Handschriftenerkennung (HTR). Am ersten Tag erarbeiten sich die Teilnehmenden die wesentlichen Schritte in der Vorbereitung der Texte für die Arbeit mit Transkribus und lernen, wie man das Programm zur Erstellung von Modell-Trainingsdaten nutzt. Am zweiten Tag stehen HTR-Modelle im Mittelpunkt: ihre Anwendung, Evaluation und die Grundlagen des eigenen Modelltrainings.

Block 2: Einführung in CATMA (Tag 3–4)
Der zweite Block widmet sich CATMA (Computer Assisted Text Markup and Analysis), einer Plattform für kollaborative Textannotation und computergestützte Textanalyse. Am dritten Tag wird Textannotation als Methode der digitalen Textanalyse eingeführt und die Grundfunktionen der Plattform CATMA vorgestellt. In einer praktischen Übungsphase arbeiten die Teilnehmenden mit vorbereitetem Übungsmaterial, um die erlernten Funktionen anzuwenden. Am Nachmittag entwickeln sie anhand ihres eigenen Materials ein erstes Schema, wie sie Annotation methodisch für ihre individuellen Forschungsvorhaben nutzen könnten. Der vierte Tag vertieft die praktische Arbeit: Die Teilnehmenden setzen ein eigenes Projekt in CATMA auf und arbeiten mit ihrem mitgebrachten Material. Abschließend werden die Visualisierungsmöglichkeiten der Plattform vorgestellt, die neue Perspektiven auf die annotierten Texte eröffnen.

Block 3: Abschlusstag: Zusammenfassung, Resümee und Open Space für eigene Projekte (Tag 5)
Der letzte Tag dient der Reflektion des Gelernten. Wir besprechen offene Fragen, reflektieren gemeinsam, wie Transkribus und CATMA in die eigene Forschungspraxis integriert werden können, und diskutieren Perspektiven der Digital Humanities für die Geistes- und Kulturwissenschaften. Zudem besteht die Möglichkeit, eigene Projekte vorzustellen und Feedback zu erhalten.

Ablauf

Montag, 24.08.: Transkribus I

  • 9:30 Uhr: Start
  • 11:30 Uhr: Einführung und Orientierung:
    Theoretischer Input
    Praktische Übung I – Dokument-Upload
  • 12:30 Uhr: Mittagspause
  • 14:00 Uhr: Segmentierung und manuelle Transkription & Annotation
    Theoretischer Input
    Kleine Kaffeepause
    Praktische Übung II – Manuelles Segmentieren & Transkribieren
  • 16:30 Uhr: Ende

Dienstag, 25.08.: Transkribus II

  • 9:30 Uhr: Modellanwendung und Training
    Theoretischer Input
    Praktische Übung I – Modell anwenden und Ergebnis korrigieren
  • 12:00 Uhr: Mittagspause
  • 14:30 Uhr: Training & Export
    Theoretischer Input
    Kleine Kaffeepause
    Praktische Übung II – Export und Veröffentlichung
  • 15:30 Uhr: Input zu Datenpublikation (Dr. Angela Huang)
  • 16:00 Uhr: Ausblick Read COOP
  • 16:30 Uhr: Fragen/Diskussionen/Austausch
  • 17:00 Uhr Ende

Mittwoch, 26.08.: CATMA I

  • 9:30 Uhr: Theoretischer Input zu Annotation als Methode
  • 11:15 Uhr: Grundfunktionen von CATMA:
    Theoretischer Input
    Praktische Übung I – Übungsaufgaben lösen
  • 13:15 Uhr: offene Mittagspause
    Aufgabe: Entwicklung eines eigenen Annotationsschema
  • 16:00 Uhr: Möglichkeit zu Rückfragen/Austausch/Check-In
  • 17:00 Uhr: Ende

Donnerstag, 27.08.: CATMA II

  • 9:30 Uhr: Vorstellung der Annotationsschemata
  • 10:30 Uhr: Projekte & Tagsets anlegen:
    Theoretischer Input
    Praktische Übung II – Annotieren nach eigenem Schema
  • 12:30 Uhr: Mittagspause
  • 14:00 Uhr: Visualisierung mit CATMA:
    Theoretischer Input
    Praktische Übung III – Visualisierung eigener Annotation
  • 17:00 Uhr: Ende

Freitag 28.08.: Reflexion & Austausch

  • 9:30 Uhr: Start der Reflexions- und Austauschrunde
  • 12:30 Uhr: Ende der Sommerschule