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The Flow 

Die Digitalisierung macht auch vor den Geisteswissenschaften keinen Halt und wird damit für Arbeit von Historiker:innen zunehmend wichtiger. Digitale Methoden im Bereich der Handschriftenerkennung (HTR) und der computergestützten Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP), bieten schon jetzt ein hohes Potential für die Analyse historischer Quellen. Bisher stehen diese Anwendungen jedoch oft nur denjenigen zur Verfügung, die über umfangreiche Kenntnisse in den Informationswissenschaften verfügen. Diesem Problem nimmt sich das internationale Forschungsprojekt „The Flow: From Deep-Learning to Digital Analysis and their Role in the Humanities. Creating, Evaluating and Critiquing Workflows for Historical Corpora“ an. Ziel des Projekts ist es standardisierte digitale Arbeitsabläufe auf der Grundlage bestehender Technologien zu entwickeln, die es Forscher:innen erleichtern, mit historischen Quellen digital zu arbeiten.  Vier Teilprojekte werden zu diesem Ziel beitragen, indem sie Rechts- und Verwaltungsquellen aus England, dem nordeuropäischen Hansegebiet, der Schweiz und Äthiopien analysieren. Neben der FGHO beteiligen sich die Universität Bielefeld und die Universität Bern an dem Projekt. 

Das an der FGHO Lübeck ausgeführte Teilprojekt beschäftigt sich mit den Beschlussprotokollen der Hansetage – den sogenannten Hanserezessen. Der umfangreiche Bestand der Rezesse, die uns von 1358 bis 1669 vorliegen, bilden eine der wichtigsten Quellencorpora zur Geschichte und Entwicklung der Hanse. Ziel des Projekts ist es die Rezesse mit Hilfe digitaler Anwendungen zu untersuchen und so erstmals eine Langzeitstudie zur Entwicklung der Hanse vorzulegen.

Die Anwendung von digitalen Tools wird für eine solche Analyse unerlässlich sein. Anwendungen, wie die Handwritten Text Recognition (HTR) und Verfahren des Natural Language Processing (NLP), wie die Named Entity Recognition (NER), können hier Abhilfe schaffen.  Im Rahmen von “The Flow” arbeitet die FGHO deswegen an der Erstellung geeigneter HTR-Modelle, um das umfangreiche Quellenmaterial der Hanserezesse erschließen zu können.  Für die Quellen des 17. Jahrhunderts kann dafür auf die Ergebnisse des Citizen Science Projekts Hanse.Quellen.Lesen! zurückgegriffen werden.